Neue Zeiten dämmern hellblau

Macron_Paar KopieParis ist die Hauptstadt der Mode und wenn dort ein neuer Präsident ins Amt eingeführt wird, fallen die Blicke deshalb ganz besonders auf die Kleider seiner Frau. Bei der Amtseinführung von Emmanuel Macron war ich ganz in der Nähe: Zufällig habe ich gerade dieses Wochenende in Paris verbracht. Wenn ich auch der Zeremonie nicht live an der Champs Elysee beigewohnt habe, sondern am Fernseher meiner gastgebenden Pariser Freundin. Da ich kein Wort der Kommentatoren verstand, konnte ich mich voll und ganz auf die optische Erscheinung von Madame Brigitte konzentrieren: Das hellblaue, strenge, hochgeschlossene Kostüm von Louis Vuitton fand grundsätzlich meine Zustimmung. Es passte, wie auch Make up und Accessoires sowohl zur Frau, als auch zum Anlass.

 

Es geht auch leichter
Macron_allein Kopie
Aber die Details … Auch sehr zierliche Menschen haben Proportionen! Und die haben im Fall von Brigitte Macron ihre Ausdehnung eher am Oberkörper. Deshalb sollte sie keine Oberteile tragen, die den Oberkörper kompakt bzw. massiger wirken lassen. Das scheint auch den Leuten von Louis klar gewesen zu sein, denn sie haben ihr ein Kostüm empfohlen, dessen Jacke zwei vertikale Knopfleisten hat. Die würden den Oberkörper strecken und leichter wirken lassen, wenn  – ja wenn die Jacke geschlossen ist! Offen getragen geht nämlich nicht nur die vorteilhafte Wirkung der Knopfleisten verloren, sondern die doppelte Stoffbreite bauscht sich auch noch unglücklich auf. Vor meinem geistigen Auge sah ich die Stylistin von Louis Vuitton vor dem Fernseher ihre wohlmanikürten Fingernägel verzweifelt in die Sessellehne graben …

Gleiche Farbe, andere Vision
Da ich von diesem Drama aber nicht betroffen bin, schaue ich weiter entspannt der Zeremonie zu und lasse meine Gedanken schweifen. Da hakt sich plötzlich etwas in meinem Hinterkopf fest: Natürlich, die Farbe Hellblau! Die haben wir doch kürzlich bei einem ähnlichen Ereignis gesehen – an Melania Trump. Bei der Amtseinführung ihres Mannes trug sie ein ebenfalls hellblaues Jackenkleid von Ralph Lauren. Ein Outfit, dass – ganz im Gegensatz zur Politik ihres Gatten – in seinen Proportionen übrigens einfach perfekt war.

Die farbliche Übereinstimmung muss auch Brigitte Macron selbst bewusst gewesen sein. Warum also hat sie´s dennoch getan? Interessant ist folgende politische Parallele: In beiden Ländern ging es bei den Präsidentschaftswahlen um den Wunsch breiter Wählerschichten nach grundlegender politischer Erneuerung. Sollte die Farbe Hellblau in ihrer kühlen, leuchtend hellen Frische ein Versprechen dafür sein? Während es in den USA so aussieht, als ob der Präsident höchstens das Blaue vom Himmel runter lügt, scheint in Frankreich wirklich eine Wende heraufzudämmern. Damit hätte Brigitte Macron die Farbe Hellblau vollständig rehabilitiert und ich könnte darüber hinwegsehen, dass die Jacke aufgeknöpft war.

Tipps zum typgerechten Hellblau-Styling
Sind Sie inspiriert? Sie wollen sich anschließen und auch mit hellblauer Kleidung Aufbruchsstimmung demonstrieren? Gute Idee, denn Hellblau steht tatsächlich vielen Menschen gut oder wenigstens einigermaßen gut. Am besten sieht es an blau- oder grauäugigen Blondinen aus. Tipp für dunklere Typen: Kombinieren Sie Hellblau mit Schwarz. Männer wirken übrigens im Business im hellblauen Hemd meistens lebendiger als in einem reinweißen. Machen Sie neue Erfahrungen mit Hellblau!


Schlank aus dem Schrank

Die Feiertage sind Vergangenheit, der Jahreswechsel ist geschafft. Nach Gänsebraten, Stollen und Familienstreit gilt es nun, die Leichtigkeit des Seins wiederzufinden. Jeder Tag wird einige Minuten heller, die Fitness-Studios sind voll und in Brigitte gibt es wieder Diät. Fühlen Sie sich aber auch noch so, als könnten Sie die Hauptfigur in einem Kinderbuch sein, das wahlweise „Waltraud, das kleine Walross“,  „Elefantenmädchen Elisabeth“ oder „Gerda, das Gürteltier“ heißt? Der Abbau von Winter-Kilos ist ein Prozess, der sich über viele Wochen hinziehen kann. Wie überbrücken wir also diese buchstäblich schwere Zeit? Mit der richtigen Kleidung! Eine geschickt auf die individuelle Figur abgestimmte Schnittführung hat – solange Sie die Sachen anbehalten – die Wirkung von 14 Tagen à 1000 Kalorien.

Was macht also wen schlank? Dafür gibt es drei Regeln:

1. Nicht zuhängen!
Mal ganz ernsthaft: Wie verhält sich ein weites Kleidungsstück von der Brustspitze an abwärts? Es fällt von diesem vorstehenden Punkt aus schnurgerade herunter. Ist das gut so? Nein! Denn auf diese Weise wird der Freiraum unterhalb der Brust, der doch bei allen von uns mehr oder weniger da ist, eingeebnet. Und das zaubert optisch ein paar Kilos hinzu. Weite, gerade geschnittene Hemden und Zelte jeder Art machen also dick und sollten deshalb gemieden werden. Stattdessen besser Regel 2 befolgen.

Mantel_neu

Model: Astrid Windfuhr
Mantel: Regina Nölke http://www.regina-noelke.de

2. Taille betonen!
Für 99 Prozent aller Frauen ist es vorteilhaft, durch die Kleidung die Taille herauszuarbeiten oder zumindest dezent zu akzentuieren. Eine Figur, die wenigstens an einer Stelle optisch schmaler ist, wirkt insgesamt zierlicher als ein gleichmäßig breiter Block. Eigentlich total logisch, oder? Wie stark tailliert wird und ob die Körpermitte mit einem Gürtel betont werden sollte, hängt vom individuellen Figurtyp ab. Was immer geht und immer schlank macht, ist eine antaillierte Jacke oder ein antaillierter Mantel (siehe Foto links).

3. Proportionen ausgleichen!
Nun ist es ja so, dass manche Frauen obenherum breiter sind als an den Hüften. Bei anderen ist es genau umgekehrt. Da drängt sich sofort der Gedanke auf, dass diese zwei Gruppen gut beraten sind, nicht die gleichen Sachen zu tragen. So ist es! Da, wo die Masse sitzt, sollte optisch gestreckt werden und da, wo etwas fehlt, kann man mit Kleidung aufbauen und verbreitern. Tipp: Querbetonungen verbreitern, Längslinien strecken. Wenn die Proportionen schön ausgeglichen sind, wirkt die ganze Figur schlanker.

Mein Vorschlag: Gehen Sie jetzt direkt zu Ihrem Kleiderschrank und überprüfen Sie Ihre Garderobe anhand dieser Regeln. Suchen Sie Ihre (an-)taillierten Oberteile und Jacken haraus. Wenn Sie schmale Hüften haben, schauen Sie auch nach tief sitzenden Hosen und Röcken. Haben Sie hingegen schmale Schultern, dann fahnden Sie zum Beispiel nach U-Boot-Ausschnitten. Darüber vergessen Sie dann garantiert auch das Abendessen und und morgen sieht das Leben schon viel schlanker aus!