Videomeeting: Tipps für Ihren Auftritt

Sie betreten pünktlich, gesprächsbereit und voller konstruktiver Ideen den virtuellen Konferenzraum, Kamera und Mikrofon sind eingeschaltet. Irgendwo geht dann ein kleines Fenster auf, in dem Sie sich selbst sehen. Und in dem Moment kommt der Schock: Ach du liebe Zeit! Ich sehe ja furchtbar aus! Wer dieses Erlebnis noch nie hatte, schreibe bitte den ersten Kommentar!

Tatsächlich sind die Bilder, die die Kamera des Laptops von uns macht, objektiv nicht sehr schmeichelhaft. Hier verrate ich Ihnen jedoch ein paar Tipps, wie Sie in einem virtuellen Meeting dennoch gut aussehen.

1. Kommen Sie aus der Deckung!

Astrid Windfuhr, Koeln, 2020.Wenn Sie das oben beschriebene Schock-Erlebnis hatten, haben Sie eine Sache zumindest schon richtig gemacht: Sie haben sich gezeigt! Das ist ein guter, goldrichtiger Anfang! Denn in einem Videomeeting geht es genau darum, dass man sich zeigt! Sonst könnte man ja auch eine Telefonkonferenz abhalten. Leider ist das Sich-Zeigen jedoch noch nicht selbstverständlich. Manche Teilnehmer blockieren die Kamera und verschanzen sich sich hinter einem schematischen Icon. Das ist in der Wirkung jedoch weitaus schlimmer, als ein paar Jahre älter auszusehen: „Was hat der/die zu verbergen?“, fragen sich da die anderen. Also: Seien Sie tapfer und zeigen Sie sich! Das ist für die restlichen Teilnehmer immer noch die angenehmste Lösung. Außerdem wirkt es einfach souveräner.

2. Die richtige Kleidung

Ein Grund, warum sich Teilnehmer vielleicht verstecken: Sie haben erst zwei Sekunden vor Beginn des Meetings festgestellt, dass sie noch im Pyjama sind … „Homewear“ ist tatsächlich nicht der Dresscode für das virtuelle Meeting. Ziehen Sie unbedingt etwas an, womit Sie auch ins Büro gehen könnten. Wählen Sie aber eher ein Freitags- als ein Mittwochs-Outfit, denn ein formaler Business-Look mit Blazer oder gar Krawatte ist am heimischen Schreibtisch nun auch wieder nicht glaubwürdig. Da die Laptop-Kamera uns sowieso schon blass und knautschig wirken lässt, kommt es bei der Kleidung ganz besonders auf vorteilhafte Farben an. Dazu zwei grundsätzliche Tipps: 1. Wenn Sie von Natur aus dunkle Haare und dunkle Augen haben, tragen Sie eher dunkle Farben. Menschen mit hellen Haaren und hellen Augen sehen umgekehrt in hellen Farben besser aus. 2. Meiden Sie Beige, Orange und Erdtöne. Diese Farben lassen ca. 97% der mitteleuropäischen Menschen müde und kränklich aussehen. Vermeiden Sie außerdem kleine Muster und kleinteiligen Schmuck, beides geht im Pixel-Salat unter.

3. Das Make up

Da die Laptop-Kamera Gesichter oft wie einen Klumpen blassen Kuchenteig aussehen lässt, ist Schminken eine gute Maßnahme. Sorgen Sie für Kontrast und Kontur, indem Sie Augen und Lippen betonen. Und ganz wichtig ist Rouge: Das macht frisch!

4. Kameraposition und Beleuchtung

Virtuell1 KopieDie Schreibtischlampe ist beim Videomeeting leider nicht unser bester Freund. Der Grund: Sie sendet das Licht von seitlich oben, das lässt Gesichter fahl aussehen und bringt irritierende Spiegelungen auf Brillengläser. Am besten ist Tageslicht oder eine indirekte Lichtquelle, die von einer Position hinter der Kamera ins Gesicht scheint. Außerdem sollte das Kameraauge im Laptop auf Höhe der (eigenen) Augen gebracht werden, notfalls mit ein paar Coffeetable-Kunstbänden, die Sie unter den Laptop schieben. Auf diese Weise entsteht so etwas wie Blickkontakt mit den anderen Teilnehmern, Sie wirken selbstbewusst, aber nicht „von oben herab“ – und das Doppelkinn ist auch weg. Das Bild direkt über diesem Absatz ist mit meiner Laptop-Kamera so wie beschrieben aufgenommen. Ich finde: So geht’s! Und noch ein Extra-Tipp: Lebhafte Gestik stößt schnell an die Grenzen des Bildausschnitts, Stillhalten wirkt souveräner.

5. Hintergrund

Was befindet sich hinter Ihrem Schreibtischstuhl? Ein unaufgeräumtes Regal? Gammelige Ordner und chaotische Papierstapel? Herabhängende Kabel? Kitschige Urlaubs-Souvernirs? Auch wenn Sie selbst diese Interieur-Design-Schwachstellen schon vor Jahren verdrängt haben, die Laptop-Kamera zeigt all das Zeugs ohne Erbarmen! Besser: Eine schlichte Wand oder ein schönes gepflegtes Bücherregal. Ein interessantes Stilmittel sind auch Bilder oder Zitate. Die können Sie sogar für Ihre Gesprächsziele nutzen: Sie werden nämlich als eine Art Überschrift gelesen für alles, was während der Videokonferenz passiert. Bei einem meiner ersten virtuellen Meetings war ich erstaunt über die Offenheit aller Teilnehmer für unkonventionelle Ideen. Einige Tage später sprach mich jemand aus dem Kreis auf eine Karte an, die hinter meinem Schreibtisch an die Wand gepinnt ist. Darauf steht ein Zitat von Albert Einstein, es lautet: „Wenn eine Idee nicht zuerst absurd erscheint, taugt sie nichts.“

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Scheitern mit Stil

Abkürzungen liegen ja total im Trend. Wissen Sie, was eine BFF ist? Das steht für „Best Friend Forever“. Und neben den seit langem bekannten VIPs gibt es jetzt zum Beispiel auch MVPs, „Most Valuable Players“ – das sind die teuersten Fußballspieler im Verein. Aber wofür steht BDFPE? Das heißt ausgeschrieben „Best Dressed Female Politican Ever“ und ist eine Wortschöpfung von mir – für Theresa May. 

Therers May 1Schon in wenigen Tagen wird sie die politische Bühne verlassen und eine EBPM (Ex-British-Prime-Minister) sein: Als Politikerin mit dem Brexit auf dem Holzweg, am Austrittsvertrag auch noch kläglich gescheitert – aber als Stilikone wegweisend. Während Angela Merkel und Hillary Clinton gerade mal passabel aussehen und Franziska Giffey dringend eine Beratung braucht, erfüllt sie den Dresscode einer Premierministerin mit Klasse, reizt ihn aber bis an die Grenzen aus, um zu zeigen, was alles noch geht. Was macht ihren Stil so besonders, so elegant? Ich möchte Theresa Mays letzte Tage im Amt nutzen, um ihr Stilrezept zu erklären:

  1. Jacken mit besonderem Schnitt: Wie andere Politikerinnen trägt Theresa May auch Kostüme und Hosenanzüge. Aber was für welche! Keine langweiligen Kopien von Männeranzügen, sondern raffiniert-elegante Varianten mit abgerundeten Kanten, drapierten Kragen und geschlitzten und gefalteten Schößen (Foto unten).
  2. Kräftige Farben hat Angela Merkel in die weibliche Politik-Mode eingeführt. Theresa May nutzt diese Knall-Effekte aber noch besser durch monochrome Looks und die Wahl von Farben, die ihr auch wirklich stehen, z. B. Royalblau.
  3. Die Hemdbluse gehört zum gängigen Polit- und Business-Style wie das Wasserglas zum Redner-Pult – und sieht meist auch ebenso fad aus. Theresa May trägt einfach keine! Stattdessen hält sie sich an feine Tops oder Kleider. Dafür gibt es das Prädikat Lady!
  4. Besondere Schuhe: Zu ihrer Amtseinführung trug sie Leo-Pumps, später wurde sie mit Schmucksteinen oder roten Absätzen am Schuh und sogar in Overknee-Stiefeln gesichtet. Das nenne ich Mut am Fuß!
  5. Großer Statement-Schmuck: Selbst die Karikaturisten haben nach einer gewissen Anlaufzeit dieses Markenzeichen von Theresa May erkannt. Großer Schmuck hat einfach Grandezza – vor allem an großen Frauen.

Die Aussage dieser Outfits: „Die traut sich was!“ oder „Hoppla, hier komm ich!“ Ein empfehlenswertes Kleidungs-Konzept auch für Politikerinnen und Businessfrauen hierzulande. Aber wiederholen Sie dabei nicht die Fehler der BDFPE, sondern achten Sie unbedingt auch darauf, zukunftsfähige Inhalte, eine belastbare Strategie und ein starkes Rückgrat zu entwickeln. Sonst wirkt die große Kette – wie am Ende bei Theresa May – nicht mehr wie ein Statement, sondern eher wie eine schwere Fessel.

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No Dresscode – Was nun?

Zuerst Daimler, dann Rewe und jetzt auch bei der New Yorker Investmentbank Goldman-Sachs: Der klassische Business-Dresscode ist aufgehoben! Bei Start-ups und in der IT-Branche heißt es eh schon länger: „Das Anzug- und Krawatte-Spiel machen wir nicht mit!“ Jetzt gilt also auch bei Konzernen: No Dresscode. 

Foto_DresscodeAber was nun anziehen? Die klassischen Kleiderregeln waren leicht zu befolgen: Anzug plus helles Hemd plus Krawatte plus schwarze (!), feine Lederschuhe. Eine Uniform, hinter der Mann sich gut verstecken konnte. Ein Dresscode ist tatsächlich so etwas wie eine Formel, die die in einem bestimmten Umfeld erwünschte Kleidung beschreibt. Dresscodes können explizit formuliert werden (z. B. „Black Tie“auf der Einladung zu einer Gala) oder auch etwas unausgesprochen Übliches sein.

Fällt jetzt der gesetzte Rahmen durch die Business-Formel weg, besteht die Gefahr, dass routinierte Anzugträger stilistisch ins Bodenlose fallen. Sind die Alternative Jeans und Schlabberpullover, mit der der Manager samstags einkaufen geht? Weil sie wohl ahnen, dass es das nicht sein kann, halten zumindest in den deutschen Führungsetagen die Herren bei der neuen Lässigkeit den Ball flach: Sie tragen ihre gewohnten Anzüge und Hemden und lassen einfach nur die Krawatte weg. 

Die neue Freiheit zeigt sich als Lücke

Damit haben sie aber einen neuen Dresscode entwickelt. Die Formel lautet jetzt: Anzug plus weißes Hemd minus Krawatte. Die neue Freiheit zeigt sich hier also nur in Form einer Lücke. Schade! Auch deshalb, weil das weiße Hemd ohne Krawatte vitale Alpha-Tiere plötzlich blässlich aussehen lässt. Weiß ist leider eine Farbe, die nur wenigen Menschen gut steht. Bei der bislang gültigen Männeruniform wurde die bleichende Wirkung von weißen Hemden durch die farblich meist dunklere und kräftigere Krawatte abgemildert. Jetzt fehlt da etwas …

Freiheit und Individualität sehen anders aus. Jaaa, in der Post-Dresscode-Ära geht es mehr denn je darum, eine individuell stimmige Kleider-Lösung zu finden! Wenn die vorgeschriebene Uniform keine Entschuldigung mehr bietet für Kleidungsstücke, die dem Träger oder der Trägerin nicht stehen, dann müssen karriereinteressierte Menschen die Entdeckungsreise zum eigenen Stil antreten. Welche Farben? Welche Materialien? Auch Muster? Welche Kleidungsstücke und Accessoires überhaupt? Moderne Business-Kleidung passt zur Persönlichkeit und zu den eigenen Farben und Körperstrukturen.

Tipps für Männer

  • Probieren Sie unbedingt neue Hemdenfarben aus. Alles, was dunkler und bunter ist als Weiß. Vorschlag für Vorsichtige: Nehmen Sie ein strahlend hellblaues Hemd, die Farbe steht relativ vielen Menschen gut, also wahrscheinlich auch Ihnen.
  • Ziehen Sie ganz neue Kleidungsstücke in Betracht, um Ihre Individualisierung voranzutreiben: Pullover und Pullunder, Lederjacken und hochwertige (!), gut sitzende T-Shirts, schöne Schals, gut sitzende Westen, falls Sie ein klassischer Typ sind.

Tipps für Frauen

Für Frauen ist die neue Lässigkeit etwas einfacher, da ihre Kleidervorschriften schon immer mehr Varianten zugelassen haben. Aber auch für Frauen bietet die neue Lässigkeit Fallstricke, die ihr Image als ernsthafte Führungskraft beschädigen können:

  • Vermeiden Sie im beruflichen Kontext unbedingt alles Niedliche wie z. B. Blümchen und kleine Rüschen.
  • Experimentieren Sie stattdessen lieber mit kräftigen Farben und derb-stabilen Schuhen, die strahlen Autorität aus.

Overknees: Holly goes ligthly to business

Vor einigen Tagen war ich zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der ein Unternehmen eine Auszeichnung verliehen bekam. Es war eine ganz normale Business-Veranstaltung am Nachmittag. Zwei Frauen, die dabei in vorderster Reihe standen (die eine eine Staatssekretärin!), trugen eine Kombi aus Mini-Rock und Overknee-Stiefeln. Zu meiner eigenen Überraschung fand ich das nicht nur schick, sondern sogar völlig in Ordnung für den Anlass.

Overknees_4Overknee-Stiefel sind in diesem Winter ein breiter Trend: Von Deichmann bis Balenciaga finden sie sich in jeder Kollektion. Dennoch betrachtete ich sie bis zu jenem Nachmittag doch eher als ein Accessoires für Groupies oder Dominas. Wegen der drohenden Gefahr einer vulgären Note habe ich im beruflichen Umfeld immer kategorisch von Overknees abgeraten. Das eine Mal, dass die modebewusste Theresa May welche trug, kombinierte sie sie ja auch sicherheitshalber mit einem Rock, der lang genug war, das obere Ende der Stiefel zu verdecken. Aber – echt jetzt – zum Minirock und das bei einem Business-Event, einem quasi öffentlichen Auftritt?

So „entschärfen“ Sie die gefährlichen Stiefel

Um mein ausbleibendes Entsetzen zu verstehen, habe ich die Erscheinung der beiden Business-Ladies genauer studiert: Mir fiel auf, dass sie beide sehr schlank sind und wenig Kurven haben. Dadurch wirkte der Look nicht provokant sexy, sondern erinnerte eher an die raffiniert elegante Ästhetik der langen Handschuhe von Audrey Hepburn alias Holly Golightly in „Frühstück bei Tiffany“.

Folgende Tipps, wie sich Overknees für den Business-tauglichen Einsatz noch „entschärfen“ lassen, habe ich aus meiner Betrachtung abgeleitet:

  • Die Stiefel sollten flach sein oder nur einen niedrigen Absatz haben.
  • Insgesamt sollte der Stiefel möglichst schlicht und von dunkler Farbe sein, am besten aus Wildleder, das ist eleganter als „rockiges“ Glattleder.
  • Auch den Rest des Outfits schlicht, edel und ladylike halten, z. B. Etuikleid oder leicht ausgestellter Rock mit einem hochgeschlossenen, langärmeligen Oberteil.
  • Die Strumpfhose muss dunkel sein und am besten blickdicht.

Ja, stimmt, supersexy ist das Outfit bei Befolgung dieser Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr. Aber wenn Sie beim Styling der Overknees so vorgehen, können Sie Ihre Business-Garderobe um ein spannendes Teil und Ihr Image um einige interessante Aspekte bereichern: Neben der Erinnerung an die smarte Holly Golightly kommunizieren Sie damit auch einen Touch von Robin Hood und Lederstrumpf. Sie machen klar: Ich weiß mich zu verteidigen, ich trau mich was und ich kämpfe für eine gute Sache! Und das kann Ihrer Karriere nur nützen …


Frauen, Macht und Mode: Kleidung spricht!

Frauen. Macht. Mode.Was sagt unsere Kleidung über unser Selbstverständnis? Können wir über unsere äußere Erscheinung zum Beispiel Macht oder Kompetenz demonstrieren? Das war eine der Fragen, die die Modejournalistin Christel Wickerath (im Foto rechts) bei der Veranstaltung „Frauen.Macht.Mode.“ auf Einladung von 9 Kölner Frauennetzwerken mit der Bloggerin Ninia LaGrande, der Modedesignerin Heidi Beck und mir als Kommunikations- und Stilberaterin (v. li.) diskutiert hat. Ein Anlass für mich, auch hier im Blog meine Sicht auf das Thema zu erklären.

Kleidung ist eine Sprache! Und jedes einzelne Teil ein Zeichen, das bestimmte Informationen enthält. Das gesamte Outfit als Summe dieser Zeichen hat eine komplexe Botschaft, erzählt eine Geschichte. Kleidung spricht über unseren Beruf, unseren sozialen Status, unser Einkommen, unseren Geschmack, unseren Lebensstil und unsere Werte. Und, und und …

Beispiele aus dem „Wörterbuch“ der Kleidung:

  • Klassisches Kostüm oder Anzug mit weißer Bluse – arbeitet im Management bei einer Bank.
  • Künstlich verlängerte, bunt gemusterte Fingernägel – heißt vielleicht Chantal oder Vanessa, hat eher kein Abitur
  • Polo von Lacoste zu Armani-Jeans – will auf keinen Fall einen Fehler machen
  • No Name-Klamotten von der Caritas – ihr/ihm sind andere Dinge wichtiger als Kleidung
  • Nadelstreifen-Jackett zu Jogginghose – Hornhaut auf den Geschmacksnerven oder Fashionista im fortgeschrittenen Stadium

Aber wer sagt denn, dass das jetzt auch stimmt? Gute Frage! Die Bewertung und Einordnung von äußeren Zeichen erledigt unser Unbewusstes, ganz still und innerhalb weniger Sekunden. Dabei gleicht es das aktuelle Bild mit bereits gemachten Erfahrungen ab. Sind also z. B. in seiner mentalen Datenbank ausreichend Bilder von Bankmanagerinnen hinterlegt, die klassische Kostüme tragen, wird dieses Outfit mit dem Beruf verknüpft. Aus der Sicht des „Erfahrungsrechners“ ist dieser Zusammenhang wahrscheinlich, auch wenn er im Einzelfall vielleicht gar nicht zutrifft. Diese Erkenntnisse stammen übrigens aus der sogenannten „Intuitionsforschung“.

Und was nützt dieses Wissen jetzt uns ambitionierten Frauen? Wir sollten souverän mit diesem Mechanismus spielen und uns aus dem Angebot an Kleidung das passende Vokabular für unsere individuelle Botschaft heraussuchen.

So lässt sich Stärke über die äußere Erscheinung ausdrücken:

1. Individuell und weiblich bleiben: Eine Frau in dunklem Hosenanzug und weißer Bluse sieht aus wie ein Mann, dem was fehlt – nämlich die Krawatte. Frauen sind aber keine defizitären Männer, sondern anders, und das darf man auch sehen. Deshalb auch im Business mal knallige Farben tragen oder Kleider. Wenn doch Hosenanzug oder Kostüm, dann probieren Sie ungewöhnliche Schnitte und Stoffe oder tragen Sie dazu ein feminines Oberteile statt Hemdbluse.

2. Sich Aufwerten: Früher inszenierten Herrscher ihre Macht durch voluminöse und kostbare Kleidung und ebenso kostbare Accessoires wie ein goldenes Zepter, ein Bischofsstab etc. Dieses Prinzip funktioniert auch heute noch. Sichtbar hochwertige und großzügig geschnittene Kleidung oder Statussymbole wie z. B. Designer-Handtaschen sind die neuen Zeichen der Macht. Wenn das Budget für Prada und Armani nicht reicht, nehmen Sie einfach etwas anderes, das groß und ein bisschen ungewöhnlich ist.

3. Regeln brechen: Wer das Sagen hat, kann auch die Regeln ändern. Dass Sie das Sagen – oder zumindest ihren eigenen Kopf haben, zeigen Sie mit Dresscode-Brüchen. Kombinieren Sie zu der in Ihrem beruflichen Umfeld üblichen Business-Kleidung einzelne „störende“ Teile, z. B. Sneakers, ein T-Shirt mit Motiv, opulenten Schmuck oder eine Folklore-Tasche. Das sollten aber wirklich nur einzelne Elemente sein, sonst lautet die Gesamt-Aussage Ihres Outfits eher „Ich bin im Urlaub.“

Ein Tipp noch zum Schluss: Denken Sie daran, dass jedes einzelne Teil, das Sie für Ihre Botschaft einsetzen, auch stimmig zu Ihrem Typ sein sollte, damit das ganze Outfit überzeugt.

 


Kleider machen Karriere

Die Weichen für Ihren beruflichen Erfolg stellen Sie selbst – und zwar zwischen 6:00 und 7:30 vor dem Kleiderschrank. Was ziehen Sie an zum Meeting, zum Kundentermin, zur Präsentation? Täglich grüßt der schwarze Hosenanzug und verbreitet in Kooperation mit seiner Partnerin, der ewigen weißen Bluse, manchmal schon am frühen Morgen Langeweile. Möchten Sie auch mal etwas Individuelleres, etwas Weiblicheres tragen? Gute Idee! Wenn Sie sich von der Masse der tristen Hosenanzüge abheben, stärkt das Ihre Position auch im Job. Dann können nämlich Chefs, Kollegen und Geschäftspartner direkt sehen, dass Sie etwas Besonderes sind! Der Business-Dresscode bietet Ihnen genügend Spielraum, optische Alleinstellungsmerkmale zu entfalten. Lesen Sie hier, wie Sie in vier Schritten Ihren kleidungstechnischen USP entwickeln.

1. Sondieren Sie den Markt
Suchen Sie als erstes Alternativen zum Me too-Produkt Hosenanzug bzw. Kostüm. Möglichkeiten sind zum Beispiel Röcke oder Hosen mit Bluse und Weste. Den herkömmlichen Blazer können Sie durch ein kleines Jäckchen mit einem ausgefallene Schnitt ersetzen. Bürotauglich – und trotzdem feminin – sind auch klassisch geschnittene Kleider. Ärmellose Kleider können toll mit Bluse oder einem feineren Shirt kombiniert werden. Wenn Sie darüber dann noch eine Jacke mit kurzen oder dreiviertellangen Ärmeln tragen, haben Sie ein spannendes, extravagantes Outfit, das immer noch allen Regeln des Dresscode am Arbeitsplatz entspricht. An heißen Sommertagen kann auch eine schön geschnittene Bluse offen über einem Top getragen werden.

No go: Bermudas! Selbst dann nicht, wenn man im Geschäft einen passenden Blazer dazu reicht und Ihnen das Gespann als Kostüm verkaufen will. Egal, aus welchem Stoff sie gemacht sind: Bermuda-Shorts erinnern immer an Strandurlaub oder Safari-Lodge.

2. Setzen Sie eigene Akzente
Bringen Sie jetzt neue Töne in Ihre Garderobe. Die Basis-Teile müssen nicht zwingend schwarz, grau oder dunkelblau sein. Ziehen Sie auch mal ein dunkles Lila oder Blaugrün und im Sommer etwas Helles in Betracht! Einzelne Teile wie Blusen, Tops oder ein Rock gehen auch in Gelb, Pink oder Royalblau. Vielleicht machen Sie auch eine bestimmte, ungewöhnliche Farbe zu Ihrem Markenzeichen?

No go: Von Kopf bis Fuß in Knallfarben; Farben, die Ihnen nicht stehen und Sie müde aussehen lassen.

3. Arbeiten Sie Ihre Stärken heraus
Sie sind eine Frau, das darf man auch sehen. Die Kleidung kann figurnah sein, sollte aber nicht knalleng sitzen. Arme, Beine vom Knie abwärts und Teile des Dekolletees dürfen gezeigt werden. Beachten Sie dabei aber folgendes: Die Gesamtmenge der freigelegten Körperteile sollte nicht zu groß sein! Das bedeutet in der Praxis: Zum ärmellosen Kleid besser ein hochgeschlossener Kragen, zum größeren Ausschnitt Ärmel und einen längeren Rock bzw. eine Hose. Achten Sie auch unbedingt darauf, Kollegen oder Geschäftspartnern keine körperlichen Schwachstellen zu präsentieren. Knübbelchen am Knie oder kleine Dellen in den Oberarmen machen Sie in den Augen dieser Menschen nicht liebenswerter, sondern nur verletzlicher.

No go:  Brustansätze zeigen. Machen Sie den Test vor dem Spiegel: Ziehen Sie das Oberteil Ihrer Wahl an und beugen Sie sich Zentimeter für Zentimeter nach vorn. Wenn Sie in der Waagerechten angekommen sind und immer noch alles gut verpackt ist, dann können Sie das Teil im Job anziehen!

4. Bieten Sie Mehrwert
Jetzt kommen die Accessoires ins Spiel: Dabei können Sie Ihre Individualität ausleben. Schmuck darf extravagant, verspielt und auch einmal etwas größer sein. Das gleiche gilt für Schals und Tücher, mit denen können Sie außerdem schöne Farbakzente setzen. Ein allzu strenger Hosenanzug wird übrigens mit einer dezenten Rüsche an der Bluse, einer verspielten Brosche oder einer langen Kette gleich viel persönlicher und weiblicher.

No go: Fransentaschen, Hippieketten, Nietengürtel. Sie arbeiten in Hannover, Essen oder Böblingen, Ibiza ist leider anderswo …

Sie sehen: Es gibt jede Menge Möglichkeiten, auch im Job einen individuellen und femininen Kleidungsstil zu pflegen. Wichtig ist natürlich auch dabei, sich das herauszusuchen, was Ihnen persönlich steht. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren!