Durch die schwarze Brille

Schon seit langem treibt sie sich in deutschen Gesichtern herum – die schwarze Brille. Wie ein gut angepasster Virus verwandelt sie dabei immer wieder ihre Gestalt: Bei ihrem ersten Auftreten war sie flach und rechteckig mit wuchtig breiten Bügeln. Dann zeigte sie sich als Nerd-Brille, immer noch mit dickem Rand, jetzt aber rund nach unten ausgebeult wie der Po einer geliebten alten Trainingshose. In letzter Zeit ist die schwarze Brille sehr kreativ geworden: Es gibt sie nun rund, rechteckig, groß, klein oder als Schmetterling. Zeit also, einmal die Frage zu stellen: Wem steht sie eigentlich, die schwarze Brille?

Auf die Augenbrauen kommt es an

Andrej Radonic, Vorstand www.intersales.de

Andrej Radonic, Vorstand http://www.intersales.de

Die flache gerade Variante ist ganz bestimmt ein Instrument des Trend-Teufels, das er ausgesandt hat, um zarte Blondinengesichter zu verwüsten. Was Farbe und Wuchtigkeit des Modells nicht zerstören können, das erledigt die oben gerade abgeschnittene Form: Sie zerlegt die Augenpartie in zwei Ebenen. Da geht nicht einmal die Gleichung „häßlich = klug aussehend“ auf. Frauen mit hellen Haaren und feminin geschwungene Augenbrauen sollten sich also vor diesem Modell hüten. Aber haben Sie vielleicht einen Mann, der ein bisschen kurzsichtig ist? Mit dunklen Haaren und geraden Augenbrauen? Dann kaufen Sie ihm so eine Brille! Für diese Typen ist sie nämlich gemacht. Bei ihnen sieht sie immer so gut aus wie auf der Nase von Andrej Radonic im Bild links.

Für jedes Gesicht die passende Form

Die Nerd-Brille funktioniert gut an schmalen Köpfen. Große rechteckige Formen sind günstig für runde, volle Gesichter. Und schwarze Schmetterlingsbrillen sind auf feminine Weise schick an … dunkelhaarigen Frauen! Da macht es „Klick“, oder?

Ljubica Kenk, Inhaberin www.vomfass-koeln.de

Ljubica Kenk, Inhaberin http://www.vomfass-koeln.de

Was wir uns direkt ins Antlitz setzen, sollte zu etwas passen, das schon von Natur aus dort wohnt. Die Haarfarbe ist – sofern sie echt ist – ein guter Ansatzpunkt. Schönes Beispiel: Ljubica Kenk und ihre Brille führen eine richtig gute Beziehung.

Alle Blondinen und Brünetten, die nach dieser Betrachtung jetzt eine neue Sehhilfe wollen, möchte ich ermutigen, durch die schwarze Brille hindurch zu schauen: Was sehen wir auf der anderen Seite? Neue Trends! Jetzt kommen verstärkt Rot, Apricot, Taupe und transparente Materialien. Alles, was transparent ist, ist leichter und bei zarten Gesichtern deshalb schöner. Das gilt sogar für Apricot: Als Bluse oft fatal, aber direkt im Gesicht – schmeichelhaft!


Neon mit Köpfchen

Haben Sie auch diesen Sommer hin und wieder ein Kleid oder eine Bluse – quasi im Alleingang – über die Straße gehen sehen? Dann hatte das Teil sicher eine der folgenden Farben: Phosphor-Grün, Leucht-Limone, oder ein Orange-Rosa wie von einem Hummer, der einen ganzen Schwarm Glühwürmchen gefressen hat. Und ging es Ihnen auch so, dass Sie das Gesicht über den Neonfarben kaum wahrgenommen haben, fast so als würde der Kopf unter dem Arm getragen?

Die Redensart „den Kopf unter dem Arm tragen“ bedeutet soviel wie „schwer krank sein und trotzdem weitermachen“. Sie passt insofern auf Menschen, die großflächig Neon tragen, als deren Gesicht schlicht hinter so viel schriller Farbe verschwindet – oder eben sehr krank und blaß wirkt. Es gibt nur wenige Frauen – oder Männer – die ihre Vitalität gegen das schrille Leuchten behaupten können.

Das Leuchten hat eine Message
Dabei ist Neon eigentlich sehr schick, sehr witzig und sprechen kann es auch. So sagt zum Beispiel fluoreszierendes Gelb am Körper jedem Menschen im Umkreis von 100 Metern: „Siehst du! Ich habe keine Angst, aufzufallen!“ Und ein Pink, das selbst Barbie das Fürchten lehren kann, ist das optische Statement für jede emanzipierte Frau. Neon macht einfach Spaß, weil es sämtliche konservativ-bürgerlichen Farbregeln für Damen auf den Kopf stellt.

In kleinen Dosen ist Neon belebend!

In kleinen Dosen ist Neon belebend!

Wie können wir also Neon zu tragen und gleichzeitig das Gesicht wahren? Auf die Dosierung kommt es an. Mein Vorschlag: Neonfarben in kleinen Dosen einsetzen. Als kleiner Farbakzent steht es nämlich erstaunlich vielen Menschen – vor allem solchen mit hellen Augen – sehr gut. Auch wenn Sie bisher glaubten, Neon geht gar nicht für Sie, probieren Sie es doch jetzt mal mit einer kleinen Prise! Zum Beispiel in Form eines Shirts, das unter Pulli oder Jacke aufblitzt, in einem Muster oder als Accessoire. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass es Ihrem Gesicht nicht schadet, tragen Sie die Akzente von der Taille an abwärts.

Eine Prise Sommer für den Herbst
Besonders zu Kleidung in gedeckten Tönen, wie sie zum Herbst hin wieder die Kleiderständer in den Geschäften füllen, sieht Neon super aus! So können Sie den Sommer mitnehmen in die anstehenden trüberen Jahreszeiten. Im November sorgen neonfarbene Accessoires zudem für mehr Verkehrssicherheit: Eine neongelbe Tasche zum Anthrazitgrauen Mantel verhindert, dass Sie bei Regen und Dämmerung von Autofahreren übersehen werden. Niemand möchte übrigens gerne Fußgänger anfahren. So gesehen hilft Neon auch noch, Schuldgefühle und schlechtes Karma zu verhindern.

Worauf warten Sie? Stürmen Sie die Läden, Neonteile gibt es jetzt reduziert!


Füßeln mit Stil – so geht’s!

Für eine Frau ist der Beginn des Sommers oft durch schmerzende Blasen an Zehen und Fersen gekennzeichnet. Barfuß in Sandaletten ist sexy, barfuß in Pumps immer noch cool. Wenn das nur mal jemand den Füßen erklären würde! Ich verstehe, dass da viele zu diesen fleischfarbenen Mikro-Söckchen aus Nylon greifen und den ganzen Sommer nicht mehr davon loskommen.

Was ist sexy am Fuß und was nicht?
Füßlinge – so der korrekte Produktname – können uns durchaus helfen, auch an den Extremitäten cool und sexy auszusehen – vorausgesetzt sie werden richtig getragen.

Welcher Fuß ist hübscher?

Welcher Fuß ist hübscher?

Bei einer ungeschickten Handhabung treten folgende Symptome auf: verdächtig mattierende Schleier über eigentlich funkelstrahlend lackierten Zehennägeln, eine gewisse Zweifarbigkeit des Fußes und häßliche Streifen an Stellen, wo nach der Logik des Schuhmodells ganz bestimmt keine Riemchen sein sollten. Die richtige Anwendung zeigt sich daran, dass man nur den Schuh und sonst gar nichts sieht! Bei Sandaletten ist das allerdings zugegebenermaßen nicht zu schaffen.
Da hilft nur eins: Seinlassen!

Füßli in Sandalen oder Schläppchen sehe ich zu meinem Schrecken dennoch immer öfter. Und zwar nicht nur bei solchen Frauen, die in Bezug auf ihr Äußeres die Last ästhetischer Ansprüche offensichtlich schon ganz abgeworfen haben. Kürzlich habe ich in Berlin (!) an einer jungen (!) hippen (!) Frau folgendes gesehen: Zu Schiebermütze, Tanktop und löchriger Jeans trug sie lässige Nieten-Clogs mit fleischfarbenen Füßlis …

Kleine Psychologie des Füßlings
Allein davon, dass sich etwas besser anfühlt, wird es doch noch lange nicht unsichtbar!Wenn es wirklich um Fußkomfort geht, würde ich statt Füßlingen gleich Joggingschuhe oder Wandersandalen empfehlen. Die sind wenigstens wirklich bequem und sehen – wenn sie konsequent gestylt werden – immer noch stimmiger aus. Aber was ist, wenn es bei den Füßlingen in Sandaletten um noch etwas ganz anderes geht? Nämlich um die Lust am Regelverstoß? Fühlen Sie sich angesprochen? Dann probieren Sie folgendes: Tragen Sie doch gelegentlich – natürlich nur in den eigenen vier Wänden – so etwas wie zum Beispiel Puschel-Puschen mit Tierohren. Die sind herrlich weich und warm und ein Super-Ventil für den ganz menschlichen Trieb zum heimlichen No go.


Schlank aus dem Schrank

Die Feiertage sind Vergangenheit, der Jahreswechsel ist geschafft. Nach Gänsebraten, Stollen und Familienstreit gilt es nun, die Leichtigkeit des Seins wiederzufinden. Jeder Tag wird einige Minuten heller, die Fitness-Studios sind voll und in Brigitte gibt es wieder Diät. Fühlen Sie sich aber auch noch so, als könnten Sie die Hauptfigur in einem Kinderbuch sein, das wahlweise „Waltraud, das kleine Walross“,  „Elefantenmädchen Elisabeth“ oder „Gerda, das Gürteltier“ heißt? Der Abbau von Winter-Kilos ist ein Prozess, der sich über viele Wochen hinziehen kann. Wie überbrücken wir also diese buchstäblich schwere Zeit? Mit der richtigen Kleidung! Eine geschickt auf die individuelle Figur abgestimmte Schnittführung hat – solange Sie die Sachen anbehalten – die Wirkung von 14 Tagen à 1000 Kalorien.

Was macht also wen schlank? Dafür gibt es drei Regeln:

1. Nicht zuhängen!
Mal ganz ernsthaft: Wie verhält sich ein weites Kleidungsstück von der Brustspitze an abwärts? Es fällt von diesem vorstehenden Punkt aus schnurgerade herunter. Ist das gut so? Nein! Denn auf diese Weise wird der Freiraum unterhalb der Brust, der doch bei allen von uns mehr oder weniger da ist, eingeebnet. Und das zaubert optisch ein paar Kilos hinzu. Weite, gerade geschnittene Hemden und Zelte jeder Art machen also dick und sollten deshalb gemieden werden. Stattdessen besser Regel 2 befolgen.

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Model: Astrid Windfuhr
Mantel: Regina Nölke http://www.regina-noelke.de

2. Taille betonen!
Für 99 Prozent aller Frauen ist es vorteilhaft, durch die Kleidung die Taille herauszuarbeiten oder zumindest dezent zu akzentuieren. Eine Figur, die wenigstens an einer Stelle optisch schmaler ist, wirkt insgesamt zierlicher als ein gleichmäßig breiter Block. Eigentlich total logisch, oder? Wie stark tailliert wird und ob die Körpermitte mit einem Gürtel betont werden sollte, hängt vom individuellen Figurtyp ab. Was immer geht und immer schlank macht, ist eine antaillierte Jacke oder ein antaillierter Mantel (siehe Foto links).

3. Proportionen ausgleichen!
Nun ist es ja so, dass manche Frauen obenherum breiter sind als an den Hüften. Bei anderen ist es genau umgekehrt. Da drängt sich sofort der Gedanke auf, dass diese zwei Gruppen gut beraten sind, nicht die gleichen Sachen zu tragen. So ist es! Da, wo die Masse sitzt, sollte optisch gestreckt werden und da, wo etwas fehlt, kann man mit Kleidung aufbauen und verbreitern. Tipp: Querbetonungen verbreitern, Längslinien strecken. Wenn die Proportionen schön ausgeglichen sind, wirkt die ganze Figur schlanker.

Mein Vorschlag: Gehen Sie jetzt direkt zu Ihrem Kleiderschrank und überprüfen Sie Ihre Garderobe anhand dieser Regeln. Suchen Sie Ihre (an-)taillierten Oberteile und Jacken haraus. Wenn Sie schmale Hüften haben, schauen Sie auch nach tief sitzenden Hosen und Röcken. Haben Sie hingegen schmale Schultern, dann fahnden Sie zum Beispiel nach U-Boot-Ausschnitten. Darüber vergessen Sie dann garantiert auch das Abendessen und und morgen sieht das Leben schon viel schlanker aus!


Alles ganz natürlich?

Ausgefranste Kanten, aufgerollte Säume, abgewetztes Leder und verblichene Stoffe – wohin das modeinteressierte Auge blickt. Außerdem derbe Nähte, Blümchenmuster und Grobstrick. Dies sind alles Elemente des trendigen natürlichen Stils. Etwa seit der Lehmann-Brothers-Pleite hält er in bester Occupy-Manier fast alle Schaufenster, Kleiderständer und Online-Shopping-Portale besetzt.

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Materialien des natürlichen Stils

Verkaufen sich in Zeiten der Finanzkrise etwa nur noch Sachen mit dem verwitterten Touch von etwas, das sehr lange im Garten gelegen hat?Wenn ich verwaschene Leinenkleider und Antikleder-Accessoires sehe, dann denke ich an: Ferien in Frankreich. Das harte, aber ehrliche Leben der Waltons. Den Geruch von Sonne auf der Haut, frisch gemähtem Gras und fußschweißfeuchten Holz-Clogs.

Lässigkeit kann teuer werden
Diese Sachen fühlen sich ein bisschen so an wie früher – als ich Kind war und vieles nicht so drauf ankam. Weil es das Lieblings-T-Shirt war, durfte ich es trotz der verblichenen Farben und dem ausgefransten Saum zumindest samstags noch zum Spielen anziehen. Jetzt zahlen wir für ein nigelnagelneues Shirt mit ausgefranstem Saum ca. 80 Euro und tragen es samstags zum Bummel in der City – und es kommt ganz genau darauf an, dass es die richtige, angesagte Nuance schlabbriger Lässigkeit trifft.

Aber mal ehrlich: Können wir uns mit so einem T-Shirt den inneren Reichtum von jahrelanger Gartenarbeit kaufen? Oder fällt – wenn wir es tragen – vielleicht die Bürde des Geld-Verdienen-Müssens von uns ab? Und – das muss auch mal gesagt werden: Dieses T-Shirt steht nicht jedem!

Edel oder schlampig – das ist Typsache
Der natürliche Stil ist Typsache. Ob Sie ein natürlicher Typ sind, hat aber nichts damit zu tun, dass Sie sich gerne in der Natur aufhalten oder eine sympathisch-natürliche Art im Umgang mit anderen Menschen haben. Es geht hier um Ihr Aussehen und Ihre ureigene Körperstruktur. Naturgewellte oder von Natur aus gesträhnte Haare – auch Sommersprossen – können ein Hinweis auf einen natürlichen Typ sein. Oder das Gegenteil: Frauen, die auf den ersten Blick glamourös wirken, leben im natürlichen Stil manchmal erst richtig auf. Eva Longoria ist ein Beispiel dafür: In der Regel um glänzende Auftritte in Lipgloss und Satin bemüht, verwandelt sich die Eiskrem-Sirene – wenn sie mal Leinenkleid oder Grobstrickpullover trägt – in eine zarte Schönheit mit Niveau.

Den umgekehrten Effekt hat der natürliche Stil bei Frauen (und Männern!) zu denen er eben nicht passt. Er wirkt an ihnen aufgesetzt oder gar schlampig. Wie gut, dass sich in einigen Schaufenstern und Online-Shops schon wieder Alternativen zeigen! Grafische Muster, Color-Blocking und Retro-Looks der 60ger versprechen neue Eleganz und machen Lust auf Wirtschaftswunder. Sie haben sich im abgewetzten Used-Look eigentlich nie wohlgefühlt? Geben Sie die Finanzkrise einfach in die Altkleidersammlung, zumindest mit der modischen Vielfalt geht es wieder aufwärts!


Kleider machen Karriere

Die Weichen für Ihren beruflichen Erfolg stellen Sie selbst – und zwar zwischen 6:00 und 7:30 vor dem Kleiderschrank. Was ziehen Sie an zum Meeting, zum Kundentermin, zur Präsentation? Täglich grüßt der schwarze Hosenanzug und verbreitet in Kooperation mit seiner Partnerin, der ewigen weißen Bluse, manchmal schon am frühen Morgen Langeweile. Möchten Sie auch mal etwas Individuelleres, etwas Weiblicheres tragen? Gute Idee! Wenn Sie sich von der Masse der tristen Hosenanzüge abheben, stärkt das Ihre Position auch im Job. Dann können nämlich Chefs, Kollegen und Geschäftspartner direkt sehen, dass Sie etwas Besonderes sind! Der Business-Dresscode bietet Ihnen genügend Spielraum, optische Alleinstellungsmerkmale zu entfalten. Lesen Sie hier, wie Sie in vier Schritten Ihren kleidungstechnischen USP entwickeln.

1. Sondieren Sie den Markt
Suchen Sie als erstes Alternativen zum Me too-Produkt Hosenanzug bzw. Kostüm. Möglichkeiten sind zum Beispiel Röcke oder Hosen mit Bluse und Weste. Den herkömmlichen Blazer können Sie durch ein kleines Jäckchen mit einem ausgefallene Schnitt ersetzen. Bürotauglich – und trotzdem feminin – sind auch klassisch geschnittene Kleider. Ärmellose Kleider können toll mit Bluse oder einem feineren Shirt kombiniert werden. Wenn Sie darüber dann noch eine Jacke mit kurzen oder dreiviertellangen Ärmeln tragen, haben Sie ein spannendes, extravagantes Outfit, das immer noch allen Regeln des Dresscode am Arbeitsplatz entspricht. An heißen Sommertagen kann auch eine schön geschnittene Bluse offen über einem Top getragen werden.

No go: Bermudas! Selbst dann nicht, wenn man im Geschäft einen passenden Blazer dazu reicht und Ihnen das Gespann als Kostüm verkaufen will. Egal, aus welchem Stoff sie gemacht sind: Bermuda-Shorts erinnern immer an Strandurlaub oder Safari-Lodge.

2. Setzen Sie eigene Akzente
Bringen Sie jetzt neue Töne in Ihre Garderobe. Die Basis-Teile müssen nicht zwingend schwarz, grau oder dunkelblau sein. Ziehen Sie auch mal ein dunkles Lila oder Blaugrün und im Sommer etwas Helles in Betracht! Einzelne Teile wie Blusen, Tops oder ein Rock gehen auch in Gelb, Pink oder Royalblau. Vielleicht machen Sie auch eine bestimmte, ungewöhnliche Farbe zu Ihrem Markenzeichen?

No go: Von Kopf bis Fuß in Knallfarben; Farben, die Ihnen nicht stehen und Sie müde aussehen lassen.

3. Arbeiten Sie Ihre Stärken heraus
Sie sind eine Frau, das darf man auch sehen. Die Kleidung kann figurnah sein, sollte aber nicht knalleng sitzen. Arme, Beine vom Knie abwärts und Teile des Dekolletees dürfen gezeigt werden. Beachten Sie dabei aber folgendes: Die Gesamtmenge der freigelegten Körperteile sollte nicht zu groß sein! Das bedeutet in der Praxis: Zum ärmellosen Kleid besser ein hochgeschlossener Kragen, zum größeren Ausschnitt Ärmel und einen längeren Rock bzw. eine Hose. Achten Sie auch unbedingt darauf, Kollegen oder Geschäftspartnern keine körperlichen Schwachstellen zu präsentieren. Knübbelchen am Knie oder kleine Dellen in den Oberarmen machen Sie in den Augen dieser Menschen nicht liebenswerter, sondern nur verletzlicher.

No go:  Brustansätze zeigen. Machen Sie den Test vor dem Spiegel: Ziehen Sie das Oberteil Ihrer Wahl an und beugen Sie sich Zentimeter für Zentimeter nach vorn. Wenn Sie in der Waagerechten angekommen sind und immer noch alles gut verpackt ist, dann können Sie das Teil im Job anziehen!

4. Bieten Sie Mehrwert
Jetzt kommen die Accessoires ins Spiel: Dabei können Sie Ihre Individualität ausleben. Schmuck darf extravagant, verspielt und auch einmal etwas größer sein. Das gleiche gilt für Schals und Tücher, mit denen können Sie außerdem schöne Farbakzente setzen. Ein allzu strenger Hosenanzug wird übrigens mit einer dezenten Rüsche an der Bluse, einer verspielten Brosche oder einer langen Kette gleich viel persönlicher und weiblicher.

No go: Fransentaschen, Hippieketten, Nietengürtel. Sie arbeiten in Hannover, Essen oder Böblingen, Ibiza ist leider anderswo …

Sie sehen: Es gibt jede Menge Möglichkeiten, auch im Job einen individuellen und femininen Kleidungsstil zu pflegen. Wichtig ist natürlich auch dabei, sich das herauszusuchen, was Ihnen persönlich steht. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren!


Die Elefantenfessel-Sandale

Seit diesem Sommer gibt es eine spezielle Sorte Sandalen, die eine starke Wirkung haben: Sie verwandeln jedes Frauenbein sofort in einen Elefantenfuß. Die guten Modezeitschriften haben das Teil wohlweislich nie abgebildet oder gar empfohlen. Deshalb beschreibe ich es hier einmal für Sie: Also, meistens ist die Sandale flach oder hat einen niedrigen, breiten Absatz. Über den Fußrücken gehen ein oder mehrere breite Lederstreifen. Die Machart ist leger-rustikal, teilweise mit Nieten oder Fransen. Soweit noch nichts wirklich Beunruhigendes. Aber dann kommt die Verlängerung der Sandale über den Knöchel: Da sitzt eine breite, lockere Ledermanschette! Wie ein nutzlos aufgeblasener und schlaff sich knautschender Fesselriemen. Würde man an seiner Stelle ein Hundehalsband ums Fußgelenk wickeln, wäre das ein vergleichsweise elegantes und vorteilhaftes Styling.

Der anatomische Hintergrund: Bei fast allen Frauen unter 80 ist der Knöchel schmaler als die Wade. Ein Umstand, der sich positiv auf die grazile, feminine Anmutung des Beins auswirkt. Von der hier besprochenen Sandale wird diese zarte Stelle nun gleichsam eingerüstet und die Rundung der Wade mündet jetzt nahtlos in einen breiten Fuß. Sexy geht anders! Darüber hinaus schafft die schlaffe Fesselmanschette eine Querbetonung, die das Bein auch noch optisch verkürzt. Aus diesen Gründen nenne ich das Sandalenmodell schlicht „Elefantenfessel“.

Plötzliches Phänomen
Die Elefantenfessel ist ein Phänomen, das es nicht auf dem Laufsteg gegeben hat, sondern das ohne Vorwarnung plötzlich in Läden und Online-Shops auftauchte. Das heißt, einige drittklassige Designer in der Provinz haben das übliche Kopieren von Haute Couture extra unterbrochen, um gezielt diese Schuhe zu kreieren! Für dieses Verhalten kann es nur einen Grund geben: Sie glauben, dass wir – die realexistierenden mitteleuropäischen Frauen – das tragen wollen. Stimmt das? Ich habe den Eindruck, am Ende haben sich vor allem diejenigen Frauen für den Kauf der Elefantenfessel geopfert, die sie am allerwenigsten brauchen können, nämlich die etwas Kräftigeren, die gleichzeitig auch nicht ganz so groß sind. Mein Rat: Nutzen Sie das als Gelegenheit, Neinsagen zu lernen. Sie haben Besseres verdient!

Tipps für den Notfall
Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen? Sie haben das Modell Elefantenfessel im Schuhschrank stehen? Wenn Sie lange, schlanke und wohlgeformte Beine haben, ist das kein Drama, Sie können die Dinger einfach weiter tragen. Wenn Sie aber andere Beine haben und trotzdem an der Sandale festhalten wollen, hängt jetzt alles von einer entschärfenden Kombi ab. Für ein artgerechtes Styling der Elefantenfessel-Sandale empfehle ich Ihnen folgendes:

Tragen Sie sie mit einer 3/4- oder 7/8-langen Hose oder einem mindestens wadenlangen Rock. Tragen Sie sie niemals mit einem Rock oder einer Hose, der oder die auf der breitesten Stelle der Wade endet. Das macht das Elefantenbein komplett! Passende Gelegenheiten zum Ausführen der Sandale sind zum Beispiel eine zünftige Grillparty, bei der Sie im hohen Gras herumstehen, oder ein Ausflug mit den Kindern. Aber tragen Sie sie niemals zu einem Date!